Kindernothilfe Schweiz

Dauerhaft. Liebevoll. Weltweit.
Jetzt spenden

Armut - ihre Ursachen und Auswirkungen

Armut - die vier wichtigsten Faktoren

Vier Faktoren tragen besonders zur Armut bei:

  • Unsicherheit: Arme Menschen können sich kaum vor Risiken des Lebens schützen. Fällt beispielsweise eine Ernte aus, geht es schnell ums nackte Überleben.

  • Aussichtlosigkeit: Wer keine Perspektive für die Zukunft sieht und täglich ganz auf sich allein gestellt ist, glaubt nicht an Verbesserungen.

  • Machtlosigkeit: Korruption und Gewalt, die das eigene Leben bestimmen ohne dass man selbst Einfluss darauf hat, führt zu einem Gefühl der Ohnmacht

  • Ausgrenzung: Von Mitbestimmung sind die meisten Armen ausgeschlossen. Sie finden auf der politischen Ebene kein Gehör.

Witwen, Waisen, Familien mit behinderten Kindern werden häufig nicht in die Projektarbeit einbezogen, da sie aus der lokalen Dorfgemeinschaft ausgegrenzt sind. So werden die meisten Witwen und Waisen von ihren Nachbarn gemieden. Niemand spricht mit ihnen, sie sehen keine Lebensperspektive.

Die Ärmsten der Armen haben keinen Zugang zu Schulbildung und Gesundheitsvorsorge, kennen kaum landwirtschaftliche Anbaumethoden und erzielen daher geringe Ernten.

Das Leben von Menschen in extremer Armut ist geprägt von Hoffnungs- und Perspektivlosigkeit. Ausgerichtet auf das Überleben des heutigen Tages.

Das alles zeigt: Armut ist mehrdimensional und bezieht sich keineswegs nur auf das Einkommen.

Darum ist die Stärkung der Ärmsten auf der sozialen, wirtschaftlichen und politischen Ebene wichtig.

Der Selbsthilfegruppen-Ansatz

Im Selbsthilfegruppen-Ansatz wird gezielt auf die ärmsten Frauen eines Dorfes zugegangen. Als Mitglied einer Selbsthilfegruppe erfahren sie häufig zum ersten Mal Gemeinschaft. Die Frauen lernen, dass sie keine isolierten, machtlosen Individuen sind und dass andere die gleichen Probleme haben. In der Gemeinschaft erfahren sie gegenseitige Unterstützung und können mit einer stärkeren Stimme auf ihre Probleme aufmerksam machen.

Sie teilen ihre Sorgen und Ängste miteinander, helfen und besuchen sich gegenseitig, machen sich Mut und lernen, einander zu vertrauen. Das sind für sie ganz wesentliche Grunderfahrungen, die das Selbstvertrauen stärken und die weitere Entwicklung nachhaltig fördern. Dies schafft ihren Kindern ein sicheres Lebensumfeld.

Ein Beispiel

Francine lebte lange Zeit mit ihren sechs Kindern in grösster Armut. Der jungen Mutter fehlte Geld, um ihre Kinder ausreichend zu ernähren und die Schulgebühren zu zahlen. Nur unregelmässig konnten sie die Schule besuchen. Francine sah keinen Ausweg mehr für sich und ihre Kinder. Sie fühlte sich einsam und mutlos, hatte keine Hoffnung mehr, dass sich ihr Leben bessern könnte.

Mit Hilfe der Kindernothilfe hat Francine wieder neuen Mut gefasst: Seit sie Mitglied in einer Selbsthilfegruppe ist, hat sich das Leben ihrer Familie zum Positiven gewendet.