Recht auf Schutz
Alle Kinder dieser Welt brauchen Wärme und Geborgenheit. Wichtig sind auch feste Bezugspersonen, denen sie vertrauen können und die sie schützen. Denn alle Kinder sind verletzlich. Auf einen besonderen Schutz vor Ausbeutung, Gewalt und Missbrauch sind Kinder in unterentwickelten Regionen mit fragilen Strukturen angewiesen.
Ausbeuterische Kinderarbeit
Besonders gefährdet sind Kinder in den Entwicklungsländern. Über 150 Millionen 5- bis 14-Jährige arbeiten, um der Familie ein minimales Auskommen zu sichern. Kaum eines der Kinder tut dies freiwillig. Oft werden sie zur Arbeit gezwungen. Sie müssen Schulden abarbeiten, die ihre Familie gemacht hat. Durch diese «Schuldknechtschaft» sind Kinder leichter zu schikanieren und kaum in der Lage, sich gegen ausbeuterische, gesundheitsschädigende und gefährliche Arbeitsbedingungen oder sexuelle Ausbeutung aufzulehnen.
Traumatisierte Kindersoldaten
In Krisengebieten, in denen Krieg und Gewalt herrscht, leiden Kinder und Jugendliche besonders. Oft werden sie von Konfliktparteien gezwungen, als Soldaten den Krieg der Erwachsenen zu führen. Sie müssen tun, was man ihnen befiehlt, müssen zusehen, wie Menschen getötet, gefoltert, erniedrigt werden – mit dramatischen Folgen: Die Kinder sind traumatisiert. Selbst wenn es gelingt, sie aus den Klauen der Warlords zu befreien, braucht es Jahre und viel professionelle Hilfe, bis sie wieder in die Gesellschaft zurückfinden.
Verletzte Mädchenrechte
Einen besonderen Schutz brauchen Mädchen. Vor allem im nordöstlichen und westlichen Afrika sowie im Nahen Osten, in Indien, Malaysia und Indonesien: Hier gelten nichtbeschnittene Frauen als zweitklassige Menschen. Der Brauch gefährdet jedes Jahr das Leben von drei Millionen Mädchen. Vor allem arme Familien haben nicht den Mut, sich dieser Tradition zu widersetzen, obwohl sie den Kindern schadet und gegen Kinder- und Menschenrechte verstösst.