Kindernothilfe Schweiz

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MYANMAR/BANGLADESCH

UNSERE HILFE FÜR DIE ROHINGYAS

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Hunderttausende Rohingya-Familien sind in Flüchtlingslagern wie Cox’s Bazar in Bangladesch gestrandet. Ein paar Bambusstöcke, eine Plastikplane, notdürftig zusammengenagelte Bretter – das muss den meisten für eine Behausung reichen.  Die Kindernothilfepartner verteilen Lebensmittel und ermöglichen den Menschen Zugang zu sauberem Trinkwasser.

KarteAn vielen zentralen Stellen in den Camps haben wir neue Brunnen gebohrt an denen die Menschen nun sauberes Trinkwasser erhalten. Mit Latrinen, Waschplätzen und Hygieneschulungen haben wir die hygienischen Verhältnisse bereits deutlich verbessert. 

In unseren Kinderzentren haben Kinder wie Tabaya (rechts) einen sicheren Hafen gefunden in dem es mindestens einmal am Tag auch etwas Warmes zu Essen gibt.

Hier erhalten aber auch Schwangere, Stillende und junge Mütter Unterstützung und unsere Mitarbeitenden werden regelmässig zum Thema Kinderrechte geschult.

Zusätzlich betreiben wir im Zentrum auch ein sogenanntes „Safe House“. Hier leben unbegleitete Kinder bis wir ihre Familien ausfindig gemacht haben oder bis für sie eine Pflegefamilie gefunden wurde.

Tabaya – Geht wieder zur Schule

TapayaTabaya ist 10 Jahre alt. Als die Soldaten ihr Dorf überfielen und die Bewohner vertrieben rannte sie mit ihren Eltern, ihren sechs Geschwistern und einer Tante um ihr Leben. Im Wegrennen sah das kleine Mädchen noch wie die Soldaten den Nachbarn umbrachten.

Barfuss, nur mit den Kleidern am Körper liefen sie zwölf Tage und Nächte um ihr Leben. Immer in der Angst, dass die Soldaten sie doch noch aufgreifen. Erst als sie Cox’s Bazar im Süden Bangladesch erreichten, liess die Angst langsam nach.

 „Hier ist es viel besser, als vorher“ sagt Tabaya

Das Mädchen kommt gerade von der Essensausgabe. „Wir bekommen hier Reis und Gemüse, und ich gehe auch wieder in die Schule nebenan.“

Die „Schule“ - das ist eigentlich unser Kinderschutzzentrum im Lager. An ihrem ersten Schultag hatte Tabaya sich mit einer Spange und einem leichten Kopftuch besonders hübsch gemacht.

VerteilungDiese Spange und das Tuch verwahrt das kleine Mädchen wie einen echten Schatz. Denn ihre Tante hatte es extra von ihrem geringen Lohn bei einem der Strassenhändler im Lager gekauft. Auch wenn die Rohingya offiziell nicht arbeiten dürfen verdienen sich viele der Erwachsenen – so wie auch Tabayas Vater oder Tante als Tagelöhner, Friseur, Korbflechter oder Fischer ein wenig Geld dazu.

Ins Kinderschutzzentrum kommen Tabaya und ihre Kolleginnen nicht nur zum Malen, Basteln, Schaukeln oder Spielen. Sie kommen ins Zentrum, weil sie hier endlich wieder Lesen, Rechnen und Schreiben lernen dürfen. Das gibt ihnen ein Stückweit Normalität zurück. Einfach wieder einmal nur ein Kind sein – dass hilft den meisten auf andere Gedanken zu kommen und die grausamen Erinnerungen langsam zu verarbeiten.

Tabaya hat die Erlebnisse der Vertreibung und Flucht erstaunlich gut verkraftet. Doch so gut wie sie haben das hier die wenigsten Kinder verarbeitet.“ sagt eine der psychosozialen Fachkräfte in unserem Kinderzentrum. Und fügt an: „Die meisten Kinder brauchen noch lange unsere Hilfe um mit der Gewalt und Vertreibung umzugehen.

Verbesserung der Versorgung und Hygiene

KlohäuschenInzwischen erstrecken sich die Lager rund um Cox’s Bazar über zig Quadratkilometer. Eine der grössten Herausforderungen ist neben der Versorgung mit Hilfsgütern die Hygiene im Lager.

Mit dem Bau von Waschplätze und Toilettenhäuschen werden Fäkalien und Abwässer nun zentral aufgefangen und hygienisch entsorgt, die bisher unkontrolliert in den Boden, Flüsse und letztlich ins Grundwasser geflossen sind.

Und die blauen Häuschen sorgen nicht nur für mehr Hygiene. Durch die Kombination mit einer Biogas-Anlage wird der starken Geruch einer Latrine vermindert und mit dem produzierten Gas können die Familien an einer speziellen Kochstelle direkt kochen, was ein wahlloses Abholzen von Bäumen und Sträuchern verhindert. Zusätzlich werden die Flüsse und das Grundwasser vor der Verschmutzung geschützt.

Eine Krankenstation für Babys und Kleinkinder

ArztHier arbeitet Dr. Jubayer Mumin.  „Wer hierher kommt, dem reichen die normalen Lebensmittel nicht mehr aus. Manche Kinder hatten auf der Flucht acht Tage lang nichts zu essen“.

Die anstrengende Flucht und das Leben mit so vielen Menschen auf engstem Raum unter unzureichenden hygienischen Bedingungen bringen die geschwächten Körper gerade von Kindern, aber auch schwächeren Erwachsenen an den Rand ihrer Kraft.

Am häufigsten verbreitet sind Infektionen, Fieber und Durchfallerkrankungen. Oft stellen sich gerade bei den kleinen Patienten Komplikationen ein. Trotz Spezialmilch und –nahrung verlieren sie Gewicht.

In der Krankenstation päppeln wir die kleinen Körper wieder auf. In Hygiene-Schulungen lernen die Eltern und die Kinder wie wichtig z.B. Hände waschen ist, um künftig Krankheiten zu vermeiden.