Kindernothilfe Schweiz

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Was hat sich seit Beginn der Pandemie für die Kinder verändert? Was wünschen sie sich?

Einkommen und Lebensgrundlage
Seit Beginn der Pandemie mussten sie mit Einkommens- und Jobverlusten fertig werden. Viele mussten eine neue Arbeit finden, um überhaupt noch Geld zu verdienen. Im April – Mai 2021 war die Wirtschaftstätigkeit wieder angelaufen. Darüber zeigten sich die Kinder erleichtert, weil dadurch die Chancen ihre Grundbedürfnisse decken zu können, erhöhten. Viele haben es jedoch noch immer schwer, menschenwürdige Arbeit zu finden. Denn die Wirtschaft leidet weiterhin unter der vorübergehenden oder dauerhaften Schliessung von Läden, Hotels und Märkten. Weil es weniger Jobalternativen gibt, sind die Kinder und Jugendlichen einem höheren Ausbeutungsrisiko ausgesetzt.

Bildung
Die digitale Kluft und ihre negativen Folgen für die Bildungschancen haben sich durch Corona verstärkt: Zugang zu digitalen Geräten und die Kosten fürs Internet haben für viele Kinder die Hoffnung auf Bildung beeinträchtigt. Die begrenzte Interaktion mit den Lehrerinnen und Lehrern und das Fehlen kindgerechter Module erschwert es vielen Kindern, dem Unterrichtsstoff zu folgen. Die durch den Lockdown erhöhten Herausforderungen haben die Schulabbruchraten steigen lassen. Viele befürchten, dass sie nach der Pandemie nicht mehr zur Schule zurückkehren können.  

In Kenia, wo Schulen unter strengen Hygienemassnahmen teilweise geöffnet sind, sind die Herausforderungen anders. Die Kinder und Jugendliche wollen arbeiten gehen, um ihre Familien bei der Existenzsicherung zu unterstützen.

Natashas Tagesablauf in Sambia @Kindernothilfe

Physische Gesundheit
Die befragten Kinder und Jugendliche machen sich Sorgen, dass sie oder ein Familienmitglied sich anstecken könnten. Sie erzählten (Bolivien und Guatemala), dass Familienangehörige aus Angst vor Ansteckung vermieden, Gesundheitszentren aufzusuchen. In Kenia und Sambia ist die Situation anders. Die Angst vor Ansteckung ist kleiner geworden, da Vorsichtsmassnahmen vermehrt eingehalten werden und sie wissen, dass es nun Impfungen gibt. In allen Studienländern hat das Impfen gegen Covid-19 begonnen. Jedoch geht es nur langsam voran und keine der an der Studie beteiligten Familien war zum Untersuchungszeitpunkt schon geimpft.

Obwohl es wieder mehr Jobmöglichkeiten gibt, haben sich Menge und Qualität der vorhandenen Lebensmittel im Verlauf des letzten Jahres seit Beginn der Pandemie nicht signifikant gesteigert, da Die Familien haben immer noch finanzielle Probleme, so dass die ihnen zur Verfügung stehenden Lebensmittel immer noch eingeschränkt sind.

Strassenverkäufer in Guatemala @Kindernothilfe

Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Beteiligten machen sich Sorgen um Geld, Essen, Gesundheit, Bildung und ihre Zukunftschancen. Dies beeinträchtigt ihre psychische Gesundheit und das psychosoziale Wohlbefinden.

Im Vergleich zu den Ergebnissen der Studie von 2020 zeigten sich unsere Partnerorganisationen besorgt über die Zunahme von häuslicher und anderer Gewalt (Gefahren von Prügel, Vernachlässigung, sexuellem Missbrauch und Ausbeutung) gegen Kinder.

Fazit
Die Folgen der Coronapandemie sind extrem komplex für arbeitende Kinder und Jugendliche und ihre Familien. Die Entwicklung eines inklusiven Ansatzes für Krisen, der die vielfältigen Sichtweisen auf Kinderarbeit und die unteilbaren Rechte von Kindern auf Überleben, Schutz, Entwicklung und Partizipation berücksichtigt, ist wichtig. Familien müssen sozial und finanziell unterstützt werden. Dadurch können Kinder vor Ausbeutung und gefährlicher Arbeit geschützt werden.

Es sind aber auch strukturelle Ursachen, die Kinder und Jugendliche und ihre Familien vom Zugang zu menschenwürdiger Arbeit, Ernährungssicherheit, hochwertiger Bildung und anderen grundlegenden Dienstleistungen ausschliessen.

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Zweck: Corona

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Die Kurzzusammenfassung der partizipativen Befragung als PDF Dokument

Hinweis: Diese Veröffentlichung ist Teil einer vollumfänglichen Befragung. Der Abschlussbericht wird im September veröffentlicht.