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Tudora: Ein kleines Dorf wird zum Zufluchtsort

Seit Beginn des Krieges fliehen Tausende Menschen über den kleinen Grenzübergang in Palanca in die Republik Moldau, einem der ärmsten Länder Europas. Tudora, ein Dorf keine zehn Kilometer von Tudora entfernt, wird zum ersten Hoffnungsschimmer für sie: Im Concordia-Zentrum nehmen Mitarbeitende aus der Republik Moldau und viele Freiwillige aus der Bevölkerung sie in Empfang. Nach oft stundenlangem Warten kommen sie völlig unterkühlt und erschöpft in dem Dorf an und werden erst einmal mit heissem Tee und einer warmen Mahlzeit versorgt. Die Helferinnen und Helfer vermitteln Unterkünfte für diejenigen, die bleiben wollen oder sie organisieren Fahrten in die Hauptstadt Chisinau oder wohin auch immer sie weiterreisen wollen.

Mittlerweile sind fast 430’000 (Stand 20. April) in der Republik Moldau angekommen. Etwa ein Viertel von ihnen ist hiergeblieben, denn sie sagen: „Wir wollen nicht weiter weggehen aus der Grenzregion. Wir wollen wieder zurück, sobald alles vorbei ist!“

Viele Dörfer in der Republik Moldau geben – wie Tudora – ein trauriges Bild ab. Die meisten Häuser stehen leer, die Mehrheit der arbeitenden Generation ist aus Armut und Mangel an Perspektiven weggezogen. Rund ein Drittel der Moldauerinnen und Moldauer arbeitet im Ausland. Zurück bleiben die Alten in bescheidenen Behausungen, manchmal werden auch die Enkelkinder bei ihnen gelassen. Viele sind mit steigendem Alter überfordert, sich um die Kleinen zu kümmern. Finanziell fehlt es oft an den einfachsten Dingen, zum Beispiel an Holz zum Heizen.

Essens- und Getränkeverteilung an der Grenze zu der Republik Moldau (Foto: Benjamin Kaufmann)
Concordia versorgt die erschöpften Menschen an der Grenze mit Essen, Getränken und die Kinder mit Spielzeug (Foto: Benjamin Kaufmann)

Der Ausnahmezustand ist der Routine gewichen.

„In den vergangenen Wochen waren wir in einer Art Ausnahmezustand“, berichten unsere Kolleginnen und Kollegen vom Sozial- und Lernzentrum in Tudora, „aber mittlerweile kehrt mehr Routine ein. Die Überlastung durch die neue Situation hat viel Kraft gekostet. Inzwischen läuft alles seinen Gang und wir haben Zeit, Pläne für die mittelfristige Zukunft aufzustellen.»

Unsere Mitarbeitenden bereiten sich auf einen möglichen zweiten grossen Ansturm an der Grenze vor. Sobald Odessa und umliegende Regionen angegriffen werden, werden wieder Tausende versuchen, über den kleinen Grenzübergang in Palanca nach der Republik Moldau zu gelangen.

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Die Republik Moldau

Sie hat 3,3 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner und zählt zu den ärmsten Ländern Europas. Die Republik Moldau hat die höchste Arbeitsmigration: Fehlende Arbeits- und Ausbildungsplätze sowie geringe staatliche Familienunterstützung führen dazu, dass viele Menschen im erwerbstätigen Alter ins Ausland abwandern. Alte Menschen und Kinder bleiben in grosser Armut zurück. Trotzdem hat das Land mit grosser Hilfsbereitschaft und Gastfreundschaft Tausende von Geflüchteten aus der Ukraine aufgenommen.

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