Kindernothilfe Schweiz

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Selbsthilfegruppen

Spendenaktion 2012 der WAZ und KNH (Quelle: JAKOB STUDNAR)zoom

 

Die Projekte: Aktuelle Zahlen

Durch die Selbsthilfegruppen erfahren die Frauen einen ganzheitlichen Wandel in ihrem Leben: Bei Beitritt in die Gruppe sind die meisten Frauen sehr arm, haben kaum oder gar kein Einkommen, sind sozial isoliert und können sich nicht ausreichend um ihre Kinder kümmern. In den Selbsthilfegruppen werden sie wirtschaftlich, sozial und politisch aktiv. Sie gewinnen an Selbstbewusstsein und erkennen ihr Potenzial, den Weg aus der Armut selbst zu erarbeiten.

Im vergangenem Jahr ist die Anzahl der Selbsthilfegruppen (SHG) weiter gewachsen: 591 neue Selbsthilfegruppen wurden in Ruanda gegründet. Dadurch sind bis jetzt 108‘950 Frauen in das landesweite Netzwerk integriert. Das sind im Vergleich zum Vorjahr über 11‘000 Frauen mehr. Weit über 300‘000 Kinder profitieren durch das höhere Haushaltseinkommen. Auch die Anzahl der übergeordneten Gruppenverbände (CLA) ist um 60 neue Verbände gestiegen. Es wurden auch 20 weitere Kindergruppen gegründet, sodass es mittlerweile 902 Kindergruppen gibt.

Das Programm, welches von unserem Projektpartner African Evangelistic Enterprise (AEE) durchgeführt wird, bezieht sich weiterhin auf sechs Projektregionen: Kigali (Projektnummer 67001), Huye (67002), Rwamagana (67003), Gicumbi (67004), Muhanga (67005) und Rubavu und Nyamagabe (67006).

Vorteile der Kinder

Frauen, die in den Selbsthilfegruppen aktiv sind, können sich besser um ihre Kinder kümmern. Sie können für eine gesunde und ausreichende Ernährung sorgen, die medizinische Situation verbessern, das Schuldgeld ihrer Kinder finanzieren und sich bei Gemeindevorstehenden Gehör verschaffen, um so Verbesserungen auf kommunaler Ebene durchsetzen zu können.

Im letzten Jahr konnten auf diese Weise an sieben Schulen ein Wasserspeicher gebaut werden, sodass 7‘079 weitere Kinder Zugriff auf sauberes Wasser haben. Dadurch wurde die schulische Umgebung der Kinder sauberer, mit sauberen Trinkwasser und der verbesserten Hygiene sind sie gesünder und sie haben mehr Zeit für Schulaufgaben, da sie nicht mehr lange Strecken zum nächsten Brunnen zurücklegen müssen. Das Foto auf der vorherigen Seite zeigt den neuen Wasserspeicher an einer Schule in der Projektregion Muhanga. Die Installation von 19 Toiletten an zwei weiteren Schulen verbesserte die hygienische Situation von 1‘115 Schülern. In wiederum drei anderen Schulen wurde der Bedarf für Tische und Stühle erkannt und eben diese für 1‘772 Schülerplätze gekauft. An anderen Schulen wurde ein Zaun um das Gelände gebaut, sodass die Kinder in einer sicheren Umgebung lernen können. Davon profitieren 3814 Kinder.

Weitere, beispielhafte Aktivitäten in den Projektregionen

In der Projektregion Rwamagana haben 92 Jugendliche an einem Programm teilgenommen, bei dem sie Fähigkeiten zum Beispiel im Baugewerbe erlernen konnten. Dies ermöglicht es ihnen, in dem Bereich zu arbeiten und so der Armut zu entgehen. Weitere 90 Kinder, die die Schule abgebrochen hatten, nahmen an Weiterbildungsveranstaltungen teil.

In Huye wurden 5‘612 Exemplare eines Comics gedruckt und verteilt, in dem es um Themen der Gesundheit geht. Die Comics sollen anschaulich darstellen, wie wichtig die Gesundheitsversorgung ist. Daraufhin registrierten mehr als 80% der SHG Mitglieder ihre Familien für die Krankenversicherung.

In der Region Kigali wurde eine Bewusstseinskampagne zu verschiedenen Themen wie HIV/Aids, Kinder- und Jugendrechte oder Gleichberechtigung von Frauen und Männern durchgeführt. Mit dieser Kampagne konnten 10‘626 Kinder erreicht werden.

95 Vertreter von Selbsthilfegruppen nahmen an Schulungen zum Thema allgemeine Rechte und Erbschaftsangelegenheiten in der Gicumbi Region teil und konnten diese Informationen daraufhin an 1‘750 Mitglieder ihrer Selbsthilfegruppen weitergeben. Weitere 1‘550 Mitglieder profitierten von Angeboten zur Geschäftssentwicklung, wodurch ihr Wissen im Bezug auf ihre kleinwirtschaftlichen Unternehmungen anstieg.

In der Projektregion Rubavu und Nyamagabe wurde eine Schulung für 2‘238 Mitglieder von Selbsthilfegruppen angeboten, bei dem sie lernten, einen Geschäftsplan zu erstellen, welcher mit ihren geringen Mitteln durchzuführen ist. Bei weiteren Workshops lernten 161 Vertretern von Selbsthilfegruppen mehr über Finanzmärkte. Durch die anschliessend betriebene Marktforschung konnten sie garantieren, dass ihre Unternehmungen ein Erfolg werden.

In Muhanga haben 179 Mitglieder von Selbsthilfegruppen an Fahrten zu anderen Regionen teilgenommen, um so anderen Selbsthilfegruppen und ihre Erfolge kennenzulernen und Inspirationen davon zu erhalten.

Ausblick und Dank

Auch im Jahr 2013 haben wir eine Menge erreichen können in Ruanda. Durch die Selbsthilfegruppen schaffen sich immer mehr Kinder und Frauen Raum für wirtschaftliche Entwicklungen, soziale Besserungen und politische Mitsprache, und dadurch die ganze Familie, Zugang zu wichtigem Wissen und wirtschaftlichen Entwicklungen. Wir möchten Ihnen herzlich für Ihre Unterstützung danken.