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Südafrika - Strassenkinderprojekt für Mädchen

Ein Leben in Armut

Strassenkinder: Foto: Krämer, RalfzoomStrassenkinder in Südafrika. Foto: R. Krämer


Auch über 20 Jahre nach dem Ende der Apartheid lebt ein grosser Teil der Bevölkerung Südafrikas in Armut. Trotz steigender Wirtschaftskraft sind die Arbeitslosenzahlen hoch. Das Strassenkinderprojekt Tennyson House befindet sich in Durban, einer Stadt an der Ostküste Südafrikas am Indischen Ozean. Die Hafenstadt verfügt über eine gute Infrastruktur und steht im Ruf, Südafrikas Hauptstadt des Vergnügens zu sein.

Jeden Monat strömen hunderte von Kindern und Jugendlichen in diese Stadt. Die meisten kommen aus sehr armen Verhältnissen. Ihre Familien sind oftmals zerrüttet, die Wohnverhältnisse beengt oder es gibt Schulprobleme. Häufig sind die Eltern arbeitslos, depressiv, trinken viel und vernachlässigen ihre Kinder. Mehr und mehr Jungen und Mädchen verlieren ihre Eltern auch durch Aids.

Die Mädchen und Jungen hoffen, dass sie auf der Strasse ein besseres Leben finden. Für die Kinder zerplatzt dieser Traum jedoch recht bald. Schnell müssen sie feststellen, dass sie auch hier bedroht werden, dass es ihnen an Essen mangelt und sie noch dazu kein Dach über dem Kopf haben. Vielfach werden sie von der Polizei wegen Herumlungerns verhaftet. Die Mädchen laufen nachts zudem Gefahr, vergewaltigt zu werden.

Unser Strassenkinderprojekt

Wir arbeiten mit der Organisation "Youth for Christ/KwaZulu-Natal" (YFC/KZN) zusammen, die sich seit 1996 der Arbeit mit Strassenkindern widmet. YFC/KZN führt Projekte für und mit obdachlosen und gefährdeten Jugendlichen sowie deren Familien durch. Diese Familien stammen in der Regel aus Gebieten rund um die Städte Durban und Pietermartizburg.

So helfen wir konkret

Tennyson House ist das einzige Strassenkinderprojekt für Mädchen in Durban. Die Mädchen sind zwischen zehn und 25 Jahren alt. Schwerpunkte der Projektarbeit sind:

Die Strassenarbeit: Sie ist besonders wichtig, denn hier nehmen die Mitarbeiter des Projektes den ersten Kontakt zu den Kindern auf und können ihr Vertrauen gewinnen. Die Streetworker stehen den Kindern bei ihren Problemen bei und helfen bei Schwierigkeiten mit Polizei und Behörden. Mit Zustimmung der Kinder und Jugendlichen bemühen die Streetworker sich, den Kontakt zu den Familien der Mädchen wiederherzustellen. Ziel ist es, die Kinder so bald wie möglich wieder in ihr Elternhaus zu integrieren oder bei Verwandten unterzubringen.

Südafrika: Foto: Ralf Krämer

Im Tennyson House in Südafrika Foto: R. Krämer

Das Wohnheim: Nicht alle Mädchen können sofort wieder nach Hause oder zu anderen Verwandten zurückkehren. Für sie gibt es einen Platz im Wohnheim des Projektes. Hier können sie eine Zeit lang wohnen, bis sie wieder in ihre Familien zurückgeführt werden können. In der Regel ist die Aufenthaltsdauer eines Mädchens im Wohnheim auf ein Jahr begrenzt. Die Mädchen gehen in die Schule, machen ihre Hausaufgaben und erledigen die Hausarbeiten. Es gibt verschiedene Freizeitangebote und eine Abendandacht. Studenten der Universität Durban und andere Freiwillige ermutigen die Mädchen nachmittags und am Wochenende zu sinnvoller Freizeitgestaltung (Sport, Ausflüge usw).

Die Rückführung in die Familien: Durch Recherchen wird sehr schnell festgestellt, welche der Mädchen sich nur nicht nach Hause trauen, weil sie eine Strafpredigt erwarten, und bei welchen Mädchen eine sofortige Rückkehr schwieriger oder sogar unmöglich ist. Die Mitarbeiter des Tennyson House stehen in engem Kontakt zu staatlichen Sozialarbeitern und Gerichten. Für jedes Mädchen wird ein spezieller Plan zur Rückführung in die Familie erstellt. Zwischenschritte sind Wochenenden zu Hause und Workshops im Tennyson House. Hierzu werden die Eltern eingeladen, um z.B. über Eltern-Kind-Beziehungen, Gewalt oder Sexualität zu reden.

Die Präventionsarbeit: Für die Mitarbeiter des Tennyson House ist es besonders wichtig, dass die Kinder gar nicht erst auf der Strasse landen. Daher wurden in den vergangenen Jahren in mehreren Orten rund um Durban sogenannte „Drop-in"-Zentren eingerichtet. Hier können die Kinder ihre Hausaufgaben erledigen, an Freizeitangeboten teilnehmen und Aufklärungskurse über HIV/Aids besuchen. Auch die Eltern der Kinder werden in die Arbeit mit einbezogen. Sie besuchen Kurse, in denen sie lernen, mit ihren Problemen umzugehen. Familien, in denen ein Elternteil oder beide krank sind oder im Sterben liegen, erhalten Hilfe und Beistand.

Bitte unterstützen Sie unsere Projektarbeit mit einer Spende oder übernehmen Sie eine Kinderpatenschaft. Herzlichen Dank!

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