Kindernothilfe Schweiz

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Das Kinder und Jugendgesetz in Bolivien

Das Kinder- und Jugendgesetz von Bolivien, das am 17. Juli 2014 verkündet wurde und seit dem 4. August 2014 in Kraft ist, enthält erstmals ein Kapitel zur Arbeit von Kindern. Es sieht ein Verfahren vor, das Kindern ab 10 bzw. 12 Jahren unter bestimmten Bedingungen erlaubt, eine Arbeit auszuüben und realisiert damit eine der zentralen Forderungen der betroffenen Kinder. International hat dieses Kapitel vor allem wegen der Ausnahmeregelungen beim Mindestalter heftige Kontroversen ausgelöst.

Kindernothilfe und terre des hommes nahmen im Juni 2015 eine Europareise einer Delegation der  Lateinamerikanischen Bewegung arbeitender Kinder und Jugendlicher (MOLACNATs) zum Anlass, um auch in Deutschland das bolivianische Kinder- und Jugendgesetz ins Gespräch zu bringen und die Sichtweisen der Kinder und Jugendlichen kennenzulernen.

Wie die Kindernothilfe das Gesetz bewertet

Die Kindernothilfe vertritt eine differenzierte Haltung zu dem Gesetz und wird deren Umsetzung kritisch zu begleiten. „Wir sehen in dem Gesetz eine Grundlage für eine tatsächliche Verbesserung der Lage der Kinder“, sagt die Kindernothilfe-Kinderrechtsexpertin Antje Ruhmann. „Denn dieses Gesetz gibt Umsetzungsschritte vor und benennt Verantwortliche auf lokaler Ebene – also dort, wo die Probleme tatsächlich gelöst werden können.“ Entscheidend sei, dass die bolivianische Regierung genügend Mittel für die Umsetzung bereitstelle.