Kindernothilfe Schweiz

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Ist ein Verbot die Lösung?

Wie kann man Kinderarbeit beenden?

Diese Frage ist nicht leicht zu beantworten, handelt es sich doch um ein komplexes Problem, das eine komplexe Lösung fordert. Aus unserer Sicht hilft ein undifferenziertes Verbot von Kinderarbeit nicht weiter. Angesichts der wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse in vielen Ländern kann Kinderarbeit auch nicht einfach und unmittelbar abgeschafft werden. Die Gründe liegen auf der Hand: „Befreit“ man Kinder per se aus ihrer Arbeitssituation, nimmt man ihnen und ihren Familien ein oft für das Überleben notwendiges Einkommen. In der Folge suchen sich diese Kinder andere Beschäftigungsmöglichkeiten oder landen auf der Strasse.

Indien März 2017, Foto: Malte PfauzoomKinderarbeit in Indien


Erforderlich sind auf das jeweilige Umfeld und die Situation zugeschnittene Massnahmen, die sich an den Rechten der Kinder orientieren. Diese Massnahmen umfassen unter anderem:

Die Verbesserung von Bildungschancen: Dazu zählen der Zugang zu qualitativer formaler Bildung, non-formaler Bildung sowie angepasste Bildungsangebote für arbeitende Kinder. Bildung hilft den Kreislauf der Armut zu durchbrechen und ist eine wesentliche Grundlage für ein eigenständiges und selbstverantwortliches Leben.

Einkommensschaffende Massnahmen für die Eltern: Eltern und andere erwachsene Familienmitglieder müssen zu fairen Bedingungen und einem angemessenen Lohn arbeiten können, anstatt für das Überleben der Familie auf die Einkommen ihrer Kinder angewiesen zu sein.

Den Staat in die Verantwortung nehmen: Der Staat hat die Pflicht, die Menschenrechte in seinem Einflussbereich zu verwirklichen. Er ist damit eine wichtige Zielgruppe unserer Arbeit. Darüber hinaus gilt es, auch andere gesellschaftlich relevante Akteure in die Verantwortung zu nehmen sowie die Zivilgesellschaft zu stärken, um Rechte einfordern zu können.

Kinder beteiligen: Kinder müssen mitreden, wenn es um ihre Belange geht. Das gilt auch für Kinderarbeiter. Deshalb achten wir darauf, dass sie in unseren Projekten beteiligt sind, sich organisieren, vernetzen und dort, wo dies sinnvoll ist, Dachorganisationen bilden können.

Eröffnung von Beschwerdewegen: Kinder müssen sich beschweren können, wenn ihre Rechte verletzt werden. Auf nationaler Ebene sollten Beschwerdeinstanzen, Kontakt- und Ombudsstellen geschaffen werden. Auf internationaler Ebene gibt es mittlerweile ein Individualbeschwerdeverfahren.