Kindernothilfe Schweiz

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Kindesschutz in den Projekten der Kindernothilfe

Kinder haben ein Recht darauf, vor Gewalt geschützt zu werden. Diesen Anspruch nahm das Netzwerk der Kindernothilfe immer schon sehr ernst:

1. Wie schützt die Kindernothilfe Mädchen und Jungen vor Missbrauch und Gewalt?

Als Grundlage dient uns unsere Kindesschutz-Policy. Sie sorgt dafür, dass Mitarbeitende sensibilisiert werden, wie sie Gewalt vorbeugen, wie Besorgnisse und Verdachtsfälle transparent gemacht werden können und wie mit Missbrauchs- und Misshand-lungsfällen umzugehen ist.

Der Schutz, die psychologische und medizinische Betreuung sowie Rehabilitierungsmassnahmen für das Kind stehen dabei immer im Mittelpunkt.

Ein Bestandteil der Kindesschutz-Policy sind verbindliche Verhaltensrichtlinien, die sowohl für Mitarbeitende der Kindernothilfe und Koordinationsstrukturen im In- und Ausland gelten, als auch für Besucherinnen und Besucher von Projekten, Gremienmitglieder und Berichterstatter. Darüber hinaus müssen alle Mitarbeitenden zu Beginn Ihrer Beschäftigung ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis vorlegen, das regelmässig erneuert werden muss.

Die Verträge mit unseren Partnerorganisationen in den Projektländern basieren ebenfalls auf der Kindesschutz-Policy der Kindernothilfe. Damit unsere Partner eigene Kindesschutz-Massnahmen entwickeln und umsetzen können, führt die Kindernothilfe weltweit Schulungen durch.

In den vergangenen Jahren hat die Kindernothilfe mehr als 650 Organisationen im Ausland zum Thema Kindesschutz geschult. Bereits 80 % unserer Partnerorganisationen haben eine eigene Kindesschutz-Policy, alle anderen erarbeiten sie zurzeit noch.

2. Wer kümmert sich um Verdachtsfälle?

Der Kinderschutzbeauftragte der Kindernothilfe koordiniert alle entsprechenden Massnahmen zur Prävention und zum Fallmanagement. Unterstützt wird er dabei von einem hausinternen Kindesschutz-Team, das sich aus zehn Mitarbeitenden zusammensetzt. Auch bei unserer externen und unabhängigen Ombudsstelle können Verdachtsfälle von Kindesmissbrauch und Misshandlung gemeldet werden.

Jörg Lichtenberg, Kindesschutzbeauftragter
Tel.: 0049 203.7789-154
E-Mail: Joerg.Lichtenberg@knh.de

Kerstin Feldhoff, Ombudsfrau für Kindesschutz
E-Mail: Feldhoff.Kerstin@gmail.com

3. Gab es bereits Verdachtsfälle?

Bisher wurden weder der Ombudsperson noch unserem Kindesschutz-Team Verfehlungen von Kindernothilfe-Mitarbeitenden gemeldet.

Seit Einführung der Kindesschutz-Policy wurden der Kindernothilfe insgesamt jedoch acht Verdachtsfälle in von der Kindernothilfe geförderten Projekten der lokalen Partnerorganisatio-nen gemeldet. Darunter war ein Fall von sexuellen Handlungen von Kindern untereinander, fünf Fälle mit dem Vorwurf sexueller Übergriffe von Projektmitarbeitenden an Kindern, ein Fall von Verwahrlosung und ein Fall von körperlicher Züchtigung.

4. Wie geht die Kindernothilfe mit Verdachtsfällen um?

Wird der Kindernothilfe ein Verdachtsfall von Gewalt an Kindern gemeldet, ruft der Kindesschutzbeauftragte das Fallmanagement-Team zusammen, das die zu ergreifenden Massnahmen festlegt. Je nach Fallgestaltung, beauftragen wir unabhängige, lokale Kindes-schutz-Experten, die vor Ort Untersuchungen durchführen. Im Mittelpunkt stehen dabei Gespräche mit dem Opfer und anderen Beteiligten. Bei Bedarf werden entsprechende Schutzmassnah-men für das betroffene Kind eingeleitet und Kindesschutz-Schulungen mit den übrigen Pro-jektmitarbeitenden durchgeführt. Falls entsprechende Vorwürfe bestätigt werden, wird der Fall an die jeweiligen Strafverfolgungsbehörden weitergeleitet. Die Zusammenarbeit mit dem entsprechenden Mitarbeitenden wird sofort beendet. Sollte die betroffene Partnerorganisation die Klärung der Vorwürfe nicht ausreichend voranbringen, so stellen wir die Zusammenarbeit ein.