Kindernothilfe Schweiz

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Selbsthilfegruppen verbessern die Situation der Kinder

Rubavu District, Foto : Bröringzoom

 

Die Projekte: Aktuelle Zahlen

Durch die Etablierung und Stärkung der Frauengruppen ist der Selbsthilfegruppenansatz Instrument eines immer stärker werdenden Entwicklungsmodells. Der Fortschritt ist enorm – auch im vergangenen Jahr konnte die Anzahl der Gruppen und damit das Projektgebiet ausgeweitet werden. Insgesamt sind nun 128'908 Mitglieder in 6'872 SHGs organisiert. Durch die Steigerung des Haushaltseinkommens profitieren ihre 341'992 Kinder.

Mehr werden erreicht, weil die übergeordneten Gruppen sich um Entwicklung in der Gemeinde bemühen. Kindergärten, Schulen und Kindesschutzsysteme werden etabliert, Verbesserungen im Gesundheitssektor finden statt. Die Förderationen lernen die Gruppenverbände eigenständig zu steuern, so dass die Partnerorganisation AEE für diese immer weniger Hilfestellung leisten muss. Das Motto „Hilfe zur Selbsthilfe“ wird wahr.

Das Programm, welches von unserem Projektpartner African Evangelistic Enterprise (AEE) durchgeführt wird, bezieht sich weiterhin auf sechs Projektregionen: Kigali (Projektnummer 67001), Huye (67002), Rwamagana (67003), Gicumbi (67004), Muhanga (67005) und Rubavu und Nyamagabe (67006).

Vorteile der Kinder

Frauen, die in den Selbsthilfegruppen aktiv sind, können sich besser um ihre Kinder kümmern. Sie können für eine gesunde und ausreichende Ernährung sorgen, die medizinische Situation verbessern, das Schuldgeld ihrer Kinder finanzieren und sich bei Gemeindevorstehenden Gehör verschaffen, um so Verbesserungen auf kommunaler Ebene durchsetzen zu können.

Im letzten Jahr konnten auf diese Weise an sieben Schulen ein Wasserspeicher gebaut werden, sodass 7‘079 weitere Kinder Zugriff auf sauberes Wasser haben. Dadurch wurde die schulische Umgebung der Kinder sauberer, mit sauberen Trinkwasser und der verbesserten Hygiene sind sie gesünder und sie haben mehr Zeit für Schulaufgaben, da sie nicht mehr lange Strecken zum nächsten Brunnen zurücklegen müssen. Die Installation von 19 Toiletten an zwei weiteren Schulen verbesserte die hygienische Situation von 1‘115 Schülern. In wiederum drei anderen Schulen wurde der Bedarf für Tische und Stühle erkannt und eben diese für 1‘772 Schülerplätze gekauft. An anderen Schulen wurde ein Zaun um das Gelände gebaut, sodass die Kinder in einer sicheren Umgebung lernen können. Davon profitieren 3814 Kinder.

Beispielgeschichte aus der Projektregion

Odette ist Mutter von sieben Kindern. Seit 2011 ist sie Mitglied einer Selbsthilfegruppe im Distrikt Gicumbi. Die neunköpfige Familie lebte bis dato in sehr armen Verhältnissen: Das Dach über dem Kopf war getragen von in der Sonne getrockneten Lehmziegeln, der Raum dunkel und kahl bis zum Boden aus Erde. Der Ertrag des bewirtschafteten, kaum fruchtbaren Landes reichte nicht, so dass keine Krankenversicherung gezahlt und die Kinder nicht regelmässigen den Schulunterricht besuchen konnten. Mit Eintritt in die Selbsthilfegruppe konnte sie nur 100 FRW (ca. 80 Cent) pro Woche sparen. Durch den ersten Kredit kaufte und verkaufte sie Avocados. Heute betreibt sie Handel für Kindernahrung und Hirse. Durch den Profit kann sie den Kredit plus Zinsen an die Gruppe zurückzahlen, so dass sich immer mehr Selbsthilfegruppenmitglieder eine immer grössere Geldsumme leihen können, um Geschäfte zu machen. Die Grundbedürfnisse der Familie von Odette sind heute gesichert: Regelmässige Mahlzeiten, Krankenversicherung, Kleidung, Schulgebühren und –material für die Kinder. Zwei ihrer Kinder gehen sogar in die Sekundarschule. Dieses Privileg haben nur wenige Kinder in Ruanda.

Kinder erzählen

Jeannette erzählt, dass sie erst wieder die Schule besuchte, als ihre Mutter in eine Selbsthilfegruppe kam. Seitdem durfte sie regelmässig am Unterricht teilnehmen, ist heute in der fünften Klasse, bekommt auch Schulmaterialien und sogar das Mittagessen in der Schule wird neben den Schulgebühren von ihrer Mutter gezahlt. Sie meint, dass heute sogar andere Frauen auf ihre Mutter zugehen und sie um Rat bitten. Es ist für viele schwer nachzuvollziehen, was den Wandel gebracht hat. Der Selbsthilfegruppenansatz ist Magie, endet Jeannette ihre Ausführungen.

Evelyn berichtet davon, dass sich früher nur während der Erntezeit genügend zu Essen bekam. Seitdem ihre Mutter in einer Selbsthilfegruppe organisiert ist, gibt es Essen während des gesamten Jahres. Auch geht sie nun regelmässig zur Schule. Besonders geniesst sie aber, dass ihre Eltern weniger streiten. Die Situation war früher insbesondere wegen des zu geringen Haushaltseinkommens sehr angespannt und hat sich nun verbessert.