Kindernothilfe Schweiz

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Selbsthilfe durch Selbsthilfegruppen

Der Selbsthilfegruppen-Ansatz

Im Selbsthilfegruppen-Ansatz wird gezielt auf die ärmsten Frauen eines Dorfes zugegangen. Als Mitglied einer Selbsthilfegruppe erfahren sie häufig zum ersten Mal Gemeinschaft. Die Frauen lernen, dass sie keine isolierten, machtlosen Individuen sind und dass andere die gleichen Probleme haben. In der Gemeinschaft erfahren sie gegenseitige Unterstützung und können mit einer stärkeren Stimme auf ihre Probleme aufmerksam machen.

Sie teilen ihre Sorgen und Ängste miteinander, helfen und besuchen sich gegenseitig, machen sich Mut und lernen, einander zu vertrauen. Das sind für sie ganz wesentliche Grunderfahrungen, die das Selbstvertrauen stärken und die weitere Entwicklung nachhaltig fördern. Dies schafft ihren Kindern ein sicheres Lebensumfeld.

Wie funktioniert der Selbsthilfegruppen-Ansatz?

Der Selbsthilfegruppen-Ansatz geht davon aus, dass jeder Mensch Stärken und Fähigkeiten hat. Die Schaffung eines positiven Umfelds bringt dies zur Entfaltung und ermöglicht ein Leben in Würde. Die Mitglieder können zu aktiven Mitwirkenden ihrer Gemeinschaft werden und sich nicht mehr passive Empfänger von Almosen. Sie, die als Einzelpersonen, kaum eine Stimme hatten und sich machtlos und verletzlich fühlten, können in Selbsthilfegruppen Stärken entwickeln. Eine Witwe, die als Vertreterin der Selbsthilfegruppen in ihrem Dorf 150-200 Frauen repräsentiert, kann die Verbesserung der Wasserversorgen in ihrer Dorfgemeinschaft oder den Bau einer Schule bewirken. Nicht ein einzelnes Kind wird gefördert, sondern die Frauen bauen selbst einen Gemeinschaftskindergarten.

SHGs, Selbsthilfegruppen, Ruanda, Foto: Unger, VeronikazoomFoto: Kindernothilfe

 












Die drei Phasen des Selbsthilfegruppen-Ansatzes

Bevor mit der Umsetzung des Selbsthilfegruppen-Ansatzes in einem Gebiet begonnen wird, wird das Konzept lokalen Führungspersonen wie Dorfvorstehern und Bürgermeistern in den Dörfern vorgestellt, um Sie als Befürworter des Selbsthilfegruppen-Ansatzes zu gewinnen. Dies sichert den späteren Erfolg.

Der Selbsthilfegruppen-Ansatz baut auf soziale, wirtschaftliche und politische Stärkung (Empowerment) der Menschen:

1. Gründung einer Selbsthilfegruppe

2. Gründung von weiteren Selbsthilfegruppen und Clustern (übergeordnete Gruppe)

3. Gründung einer übergeordneten Föderation und Rückzug der Organisation, die den Aufbau der Gruppen betreut hat.

Die beteiligten Frauen und ihre Familien werden sozial, wirtschaftlich und politisch gestärkt. Sie lernen, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Dadurch verbessern sie das Lebensumfeld ihrer Kinder.