Kindernothilfe Schweiz

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Schritt für Schritt zur Selbsthilfe

1. Gruppe gründen Frauen der ärmsten Familien eines Projektgebietes werden eingeladen, Mitglieder einer Selbsthilfegruppe zu werden. Wichtig ist dabei, dass alle 15 bis 20 Mitglieder aus einer ähnlichen wirtschaftlichen Lage kommen, damit die Gruppe nicht von einzelnen Mit- gliedern dominiert wird. Die Ärmsten – bis dahin oft ausgegrenzt – haben nun zum ersten Mal die Möglichkeit, eine Gemeinschaft aufzubauen, die füreinander da ist.

2. Gemeinsam sind wir stark Die Frauen der Selbsthilfegruppe bauen eine Gemein- schaft mit Zusammengehörigkeitsgefühl auf. Sie teilen ihre Ängste sowie wirtschaftlichen und sozialen Probleme und lernen, einander zu vertrauen. Unter Mithilfe der Kindernothilfe und lokaler Mitarbeiter suchen sie nach Möglichkeiten, um ihre Probleme zu lösen. Das Selbstbewusstsein der Frauen steigt, sie merken, dass sie mit gemeinsamen Kräften ihre Zukunft selbst gestalten können. Sie fühlen sich nicht mehr als hilflose Opfer äusserer Umstände.

3. Gemeinsam sparen hilft jeder Einzelnen Die Frauen sparen gemeinsam, lernen, eine Buchhaltung zu führen und überlegen sich Geschäftsideen: aus Kleinstbeträgen wird langsam ein Kapitalstock. Daraus vergibt die Selbsthilfegruppe Kleinkredite, mit denen die Frauen kleine Geschäfte aufbauen. Sie investieren anfangs zum Beispiel in Hühner und Futter und können durch den Verkauf der Eier den Kredit zurückzahlen und ein eigenes, kleines Einkommen schaffen. Mit steigendem Kapital wachsen auch die Geschäftsideen.

4. Das Leben der Kinder verbessern Die Frauen arbeiten sich langsam und aus eigener Kraft aus der Armut heraus. Die Lebenssituation ihrer Familien verändert sich nachhaltig – mit positiver Auswirkung auf die Kleinsten: Die Wohnsituation der Familien verbessert sich, die Kinder haben genug zu essen, können in die Schule gehen und werden gesundheitlich versorgt. Gemeinsam kämpfen die Frauen auch gegen Missbrauch und Gewalt gegen sich und ihre Kinder.

5. Starke Frauen stärken die Gesellschaft Ihre wachsende wirtschaftliche Stärke bauen die Frauen auch zu gesellschaftlicher Stärke aus: Nach ca. 18 Monaten schliessen sich übergeordnete Dachverbände – so genannte Cluster Level Associations (CLA) – zusammen. Sie bestehen aus je zwei Mitgliedern von insgesamt acht bis zehn Selbsthilfegruppen und kümmern sich um übergeordnete Anliegen – zum Beispiel die Elektrifizierung ganzer Stadtviertel oder die Versorgung mit Medikamenten und Impfungen.

6. Politisch aktiv werden, um grössere Probleme zu lösen Nach etwa fünf Jahren schliessen sich die Dachverbände zu Föderationen zusammen. Sie repräsentieren rund 100 Selbsthilfegruppen mit bis zu 2’000 Mitgliedern und ihren Familien und sind politisch so stark, dass sie etwa die Wasserversorgung einer ganzen Region auf die Beine stellen oder den Bau von Schulen initiieren können. Die Anliegen der Frauen finden politisches Gehör, Menschenrechtsverletzungen werden aufgezeigt, Zwangs- und Frühverheiratung von Mädchen verhindert.

 

SHG Bildergeschichte, Quelle: Wallemann, Susannezoom