Kindernothilfe Schweiz

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Kinder haben ein Recht auf Teilhabe

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Unser Einsatz für das Recht auf Teilhabe

Teilhabe von Kindern und Jugendlichen steht für uns in unserer Arbeit ganz oben. Teilhabe hat dabei viele Facetten: Es kann darum gehen, dass Kinder in der Planung unserer Projekte von vornherein beteiligt werden. Wir setzen uns dafür ein, dass Kinder politisch beteiligt werden. Das bedeutet, dass sie, wann auch immer ein Thema sie betrifft, auch mitreden und sich einbringen dürfen – auf Augenhöhe mit Erwachsenen.

Teilhabe ist Menschenrecht

Teilhabe ist ein Menschenrecht. Und genauso wie Erwachsene haben auch Kinder das Recht auf Information, darauf sich auszudrücken und teilzuhaben. Das Recht auf Teilhabe ist sogar festgeschrieben in der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen. Diese wurde von 196 Staaten der Erden (alle Staaten ausser den USA) ratifiziert. Artikel 12 der UN-Kinderrechtskonvention besagt:

(1) Die Vertragsstaaten sichern dem Kind, das fähig ist, sich eine eigene Meinung zu bilden, das Recht zu, diese Meinung in allen das Kind berührenden Angelegenheiten frei zu äussern, und berücksichtigen die Meinung des Kindes angemessen und entsprechend seinem Alter und seiner Reife.

(2) Zu diesem Zweck wird dem Kind insbesondere Gelegenheit gegeben, in allen das Kind berührenden Gerichts- oder Verwaltungsverfahren entweder unmittelbar oder durch einen Vertreter oder eine geeignete Stelle im Einklang mit den innerstaatlichen Verfahrensvorschriften gehört zu werden.

Zusammen hängt das Recht auf Teilhabe auch mit den Artikeln 13 (Meinungs- und Informationsfreiheit), 14 (Religionsfreiheit), 15 (Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit), 16 (Schutz der Privatsphäre und Ehre) und 23 (Förderung von Kindern mit Behinderung) der UN-Kinderrechtskonvention.

Wenn nun (fast) alle Staaten der Erde die Kinderrechtskonvention anerkannt und sich verpflichtet haben, alles dafür zu tun, dass die Kinderrechte auch umgesetzt werden können, warum ist dann z.B. Teilhabe von Mädchen und Jungen noch immer nicht selbstverständlich – auch nicht in der Schweiz?

(K)Ein Recht auf Teilhabe

Die Gründe, warum Mädchen und Jungen ihr Recht auf Teilhabe nicht umsetzen können, sind ganz unterschiedlich. Sie alle haben aber den Faktor „Erwachsene“ gemeinsam. Ein Problem ist, dass Kinder und Jugendliche noch immer nicht als zentrale Akteure ernst genommen werden, das erschwert Teilhabe. Es dominiert weiter das Bild des bedürftigen und gefährdeten Kindes, dessen Interessen Erwachsene zu vertreten haben. Ein weiteres Problem ist, dass die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen vom Willen und den Ressourcen engagierter Erwachsenen abhängig ist. Beteiligungsformen für Kinder und Jugendliche müssen altersgerecht angewandt und pädagogisch begleitet werden. Das heisst im Klartext: Erwachsene müssen Lust und Zeit haben, Teilhabe von Kindern zu ermöglichen.

Teilhabe bedeutet Entwicklung

Nur, weil Kinder Rechte haben, bedeutet das also noch lange nicht, dass diese auch umgesetzt werden. Bis die Rechte, wie z.B. Teilhabe, Wirklichkeit werden, können vier Stufen unterschieden werden:

Rechte haben: Die Kinderrechte werden in der UN-Kinderrechtskonvention niedergeschrieben.

Rechte kennen: Kinder und Jugendliche müssen informiert werden über ihre Rechte.

Rechte bekommen: Die Kinderrechte werden tatsächlich umgesetzt.

Rechte verteidigen: Kinder und Jugendliche werden politisch beteiligt und fordern aktiv ihre Rechte ein.

Gerade der Punkt, dass Kinder ihre Rechte aktiv einfordern, entwickelt und stärkt die Zukunft unserer Gesellschaft. Denn Teilhabe von Mädchen und Jungen hilft ihnen dabei, politische, soziale und kulturelle Grunderfahrungen zu machen und befähigt die junge Generation, ihre Zukunft bewusst mitzugestalten. Dafür ist aber auch ein Paradigmenwechsel in der Politik notwendig. Teilhabe von Kindern und Jugendlichen darf sich nicht nur auf eine Politik für Kinder beschränken, sondern ist gemeinsam mit Kindern zu gestalten.

Recht auf Teilhabe – Was muss sich ändern?

Damit Kinder und Jugendliche aktiv werden, ihre Rechte einfordern und verteidigen, Teilhabe leben können, müssen sie erleben, dass sie etwas bewirken können. Daher müssen sie in die sie betreffenden Angelegenheiten mitbestimmen dürfen, Veränderungen anstossen und Verantwortung übernehmen können. Dafür ist es unerlässlich, dass demokratische Diskussionen und Entscheidungen transparent gestaltet werden. Gesetze und Angeboten sollen an den Interessen junger Menschen anknüpfen und von ihnen mitbestimmt und mitgestaltet werden - gelebte Teilhabe. Dabei müssen die Erwachsenen beachten, dass die Kinder vollständig informiert werden, damit sie ihre Meinungen und Ansichten auch fundiert äussern können. Diese Informationen müssen für die Kinder verständlich und somit ihrem Alter entsprechend angepasst werden.

 Recht auf Teilhabe

Die Kindernothilfe engagiert sich für das Recht auf Teilhabe in den Projekten

In den Projekten in unseren Partnerländern engagieren wir uns für das Recht auf Teilhabe von Kindern und Jugendlichen. Dies betrifft zum einen die Teilhabe in der Projektarbeit selbst, zum anderen auch die die Teilhabe an Aktivitäten der Kinder in ihren Gesellschaften.

1. Teilhabe beginnt schon vor Aufsetzen des Projekts: Kinder und Jugendliche werden schon beim Aufsetzen eines Projekts befragt und beteiligt. Dies erfolgt auf freiwilliger Basis. In allen Bereichen des Projekts, die die Kinder betreffen, werden diese auch konsultiert.

2. Die Kinder werden respektvoll behandelt. Sie erhalten den Raum und die Zuversicht, ihre Meinung frei äußern zu können.

3. Die Projektmitarbeitenden arbeiten mit kinderfreundlichen Ansätzen, damit Mädchen und Jungen gut auf ihre Teilhabe vorbereitet sind.

4. Die Projektmitarbeitenden stellen Zeit und Ressourcen zur Verfügung, damit Kinder Teilhabe leben können.

5. Die Treffpunkte und Aktivitätsorte sind kinderfreundlich und für alle zugänglich.

6. Die Projektarbeit läuft inklusiv. Das bedeutet, dass Kinder nicht aufgrund ihres Alters, Geschlechts, Religion, Hautfarbe, Sprache oder aufgrund einer körperlichen oder geistigen Beeinträchtigung diskriminiert werden dürfen.

7. Kinder erhalten immer ein Feedback darüber, wie ihre Ansichten interpretiert wurden und wie sie das Endergebnis beeinflusst haben.

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