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Haiti: Kindernothilfe weiht Schulgebäude ein – vier Jahre nach dem Erdbeben ein weiteres Hoffnungszeichen

École Saint François de Saleszoom

(Aarau/Port-au-Prince, 10.01.2014) Wenn am kommenden Sonntag in Haiti die Schule Saint François de Sales feierlich eingeweiht wird, übergibt die Kindernothilfe den Schülern und Lehrern ihr grösstes Bauprojekt im Karibikstaat. 1’400 Jungen und Mädchen können dann in neuen, erdbebensicheren Räumen lernen und spielen und so selbst die Grundsteine für ein selbstbestimmtes Leben und eine berufliche Perspektive legen.

Auf den Tag genau vier Jahre nach dem verheerenden Erdbeben werden die Teilnehmer der Einweihungszeremonie auch der Opfer der Naturkatastrophe gedenken: 150 Kinder und mehrere Lehrer und Ordensschwestern starben damals, als in Rivière Froide das alte Schul-gebäude einstürzte. Insgesamt verloren in Haiti mehr als 200’000 Menschen ihr Leben. "Un-sere Freude ist eng verbunden mit dem Schmerz, den wir alle am 12. Januar 2010 empfun-den haben“, so Dr. Jürgen Thiesbonenkamp, Stiftungsratspräsident der Kindernothilfe. „Die Freude, die wir nun empfinden, wird von den Tränen begleitet, die wir nach dem Erdbeben vergossen haben."

Die Bedeutung der neuen Schule für die Kinder ist immens, sie bietet Hoffnung für die ge-samte Region: Die Kindernothilfe hat nicht nur den Bau mit 3,3 Millionen Euro finanziert, sondern unterstützt über ihr Patenschaftsprogramm auch den Schulbesuch der Kinder, so dass die Schulausbildung und damit verbunden auch bessere Lebensbedingungen der Kinder gesichert sind. "Die Schule ist nicht nur ein Gebäude mit Klassenzimmern darin, sie ist auch ein Ort, in dem die Ideale der Bildung hochgehalten werden. Hier lernen die Kinder und jungen Leute nicht für die Schule, sondern für das Leben", betont Thiesbonenkamp.

Das Gebäude ist erbebensicher und barrierefrei gebaut, so dass auch Kinder mit Behinde-rungen integriert werden können. Es gibt eine Mensa und ein tägliches Mittagessen für die Kinder, die Schule ist zudem an das staatliche Gesundheitssystem angeschlossen. So wer-den beispielsweise regelmässig Impfkampagnen durchgeführt. „Mit der neuen Schule haben wir viel mehr Möglichkeiten, besser und schneller zu lernen und besser aufzunehmen, was der Lehrer erklärt“, meint der Schüler Jhonson und hofft, „dass wir in dieser neuen Schule auch viel bessere Leistungen erzielen, denn wir haben einen Computerraum, eine Bibliothek, einen Chemieraum und ein Auditorium.“

Die Kindernothilfe ist seit mehr als 30 Jahren in Haiti aktiv. Insgesamt unterstützt sie zurzeit 16 Projekte und erreicht damit rund 16’300 Kinder und Jugendliche mit ihren Familien. Neben der Bildung der Mädchen und Jungen stehen die Förderung von Kindern, die in fremden Familien arbeiten und leben müssen (Restavèks) sowie Selbsthilfegruppenprogramme für Mütter in ländlichen Gegenden im Fokus der stets nachhaltigen Arbeit.