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Nepal - Nach dem Beben, vor dem Monsun

Noch immer leben viele Menschen in Zelten – und fürchten sich vor der Regenzeit

Nepal: Erdbeben 2015 Pressereise (Quelle: Bastian Strauch)zoomDie Kindernothilfe hilft traumatisierten Kindern

 Kathmandu. Eine Minute. Eine einzige Minute hat gereicht, alles zu zerstören, was sie sich ein Leben lang aufgebaut haben. Samstag 25. April 2015, von 11.56 bis 11.57 Uhr, bebte die Erde. Jetzt, sechs Wochen später, haben sich Samjhana und Bhim für ein Foto auf den Trümmerhaufen gesetzt, der einmal ihr Heim war. Alle Möbel liegen da unten, alle Kleider, die fünf Ziegen, der Fernseher, Symbole ihres kleinen Wohlstands.

Und doch sprechen die beiden Mittvierziger voller Ernst davon, was für ein ungeheures Glück sie gehabt haben. Weil sie doch noch leben, und wichtiger, weil beide Kinder gänzlich unversehrt geblieben sind. Weil es doch Samstag war, Feiertag. Sie alle waren im Gottesdienst, auch die Kinder, die Kirche widerstand zunächst, die Schule stürzte sofort ein.

Nepal: Erdbeben 2015 Pressereise (Quelle: Bastian Strauch)zoomSamjhana und Bhim haben viel verloren und doch Glück gehabt.

„Alles erträglich“, sagt Bhim, „weil es trocken ist.“ Aber jetzt steht die Regenzeit an. Und der Monsun kann zum Berserker werden, kann an einem Tag so viel Regen auf die Menschen schütten wie in Deutschland im ganzen Jahr. Nur einige Kilometer den Sunkoshi hinauf zeugt ein Erdrutsch aus dem vorigen Jahr von der unkalkulierbaren Gefahr. Über 200 Menschen wurden verschüttet und starben.

Nepal: Erdbeben 2015 Pressereise (Quelle: Bastian Strauch)zoomBlick in das provisorische Zeltlager, in dem Samjhana und Bhim derzeit leben.

Es geht darum, den düsteren Bildern von Zerstörung und Tod das Schöne entgegenzusetzen, Unbeschwertheit wenigstens für einige Stunden wiederherzustellen. Einige Kinder mussten zusehen, wie Verwandte verschüttet wurden, viele erlebten, wie hilflos Mama und Papa gegenüber der Urgewalt waren. Das erschüttert. Die Methoden dagegen sind einfach: Die Kinder sollen Bilder malen, mit Atemübungen oder mit einem gemeinsamen langen „Om“ Entspannung finden. Und eben spielen, spielen, spielen. Das finden nicht alle gut in Nepal. Es gibt auch Stimmen, die mahnen, dass jetzt aber erstmal ganz schnell der verpasste Stoff nachgeholt werden muss. Frau Nakarmi lächelt diese Bedenken weg.

Nepal: Erdbeben 2015 Pressereise (Quelle: Bastian Strauch)zoomKinder malen, um das Erlebte besser verarbeiten zu können.

Die neue Schule allerdings ist nur ein Provisorium. Ein paar Pfosten, die Wände aus halbierten Bambusrohren, eine Plane auf dem Dach. Niemand weiß, wie lange das hält, wenn der Monsun kräftig daran rüttelt. Das alte Gebäude steht noch halb. „Sechs Monate“, sagt einer der älteren Männer im Dorf, „in sechs Monaten haben wir sie wieder aufgebaut.“

Alles könnte viel schneller gehen, wenn nur der Monsun nicht drohend über der Bergwelt hängen würde. Viele Menschen stehen dann vor einer verteufelten Frage: Draußen im Regen unter einer Plane leben, oder sich zurück ins Haus wagen, dessen Wände und Decken tiefe Risse haben. Diese Verantwortung für die Kinder zu tragen...

Die Kindernothilfe hat mit den Hilfsorganisationen ACF und Amurt ein Hilfsprogramm für die Kinder (und Mütter) am Sunkoshi und anderen besonders schwer getroffenen Gebieten aufgestellt.

Unter dem Stichwort “Erdbeben Nepal” ruft die Kindernothilfe weiterhin zu Spenden für die Erdbebenopfer in Nepal auf.

Konto:
Kindernothilfe Schweiz
PostFinance
Zweck: Erdbeben Nepal
Post Konto: 60-644779-1